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2. Brief vom 11. Februar 2018

Mittags bei meinem Weggehen war die Spannung zu spüren, die Wut darüber, dass doch einige sich durch ihr aggressives Verhalten Schmerzen eingehandelt hatten.
Deshalb war ich nachmittags nochmals erschienen, aber du hast weder einen misshandelten noch einen eingeschüchterten Eindruck geboten. Bedroht haben sie dich sicherlich. Wenn es dir möglich ist, deute mit das nächste Mal an, womit sie dich bedroht haben. Möglicherweise mit einem Hinlangen, aber ich war mir nicht sicher, ob du das zum Ausdruck bringen wolltest.

Wie ich schon im ersten Brief bemerkte, besonders beeindruckt haben dich die etwas düsteren Szenarien in meinem Brief von letzter Woche nicht. Das und andere Dinge haben aber die Amerikaner in helle Aufregung versetzt. Dabei muss man immer beachten, dass die Amerikaner niemanden nach Linksland ziehen lassen wollen, auch nicht unter Status BI.

Bei dir ist es nun so, dass du in Richtung Linksland offenbar auf Geschwindigkeit kommst, zumindest habe ich das Gefühl bei dir. Die Streiterei um die Artikel 26 und 29 mag aber noch andauern. Die Sicherheit, also die linke Seite und die Amerikaner haben sich inzwischen gegenseitig so richtig an den Haaren.
Bei dir stellt sich aber die Frage, ob ein weiteres Zuwarten auf Artikel 29 in deinem Fall nicht unnötige Zeitverschwendung und zusätzliche Belastungen bedeuten. Es wäre auch ein großer Vorteil, wenn wir vor deinem Beginn an der Uni einen großen Schritt weiterkommen würden.

Für solche Fälle ist ein sogenanntes Springen vorgesehen. Wir warten die Zustimmung der Amerikaner und der rechten Beamten nicht ab, sondern du begibst dich unmittelbar nach Linksland. Der Ablauf dabei ist wenig dramatisch. Wir fahren gemeinsam nach Szentgotthard, trinken dort Kaffee und reden endlich einmal in Ruhe miteinander.
Damit bist du nach Linksland überstellt und dem Rechtsland vollständig entzogen. An deiner Lebensführung soll sich äußerlich nichts ändern, du hörst eben nicht mehr auf die rechte Seite und wirst für sie auch nicht mehr tätig. Letzteres auch nicht mit einer scheinbaren Zustimmung der Sicherheit, denn das wird das erste sein, was dir die rechte Seite dann unterschieben will.

Das klingt zunächst recht simpel, weist aber mehrere Haken auf. Die wichtigsten einmal aufgezählt.

Es muss uns erst einmal gelingen, nach Szentgotthard zu kommen, am besten mit der Bahn. Man wird dir von rechts her die Fahrt strikt verbieten. Setzt du dich nach Linksanweisung darüber hinweg, wird rechte Prominenz im Zug sitzen und wie nichts Gutes auf dich einsabbeln. Das Ganze natürlich garniert mit üppigen Drohungen. Besonders tragisch ist das aber nicht, funktioniert es beim ersten Mal nicht, wiederholen wir eben. Und zwischen den Versuchen wird die Sicherheit Schlachtfeste unter den ungebetenen Mitfahrern veranstalten.

Ich werde zudem vorher nach Szentgotthard fahren und die Sicherheit wegen des Springens befragen. Ein Nachteil besteht daraus, dass die Amerikaner versuchen werden, sich aus den geforderten Zustimmungen herauszuwinden. Denn die bereiten ihnen jetzt schon Qualen. Die Amerikaner könnten nach deinem Springen argumentieren, dass es eben auch ohne ihre Zustimmung funktioniert. Es sei daher auch bei anderen Töchtern nicht mehr erforderlich.
Die Sicherheit legt aber größten Wert auf eine Zustimmung der Amerikaner. Denn gehen sie nach einer Zustimmung trotzdem auf Leute im Linksland los, kann man sie infolge des Wortbruchs ebenso zahlreich wie schmerzhaft an die Kandare nehmen. Auch in deinem Fall würde die Sicherheit nach dem Springen solange keine Ruhe geben, bis die Zuständigen bei den Amerikanern und bei den rechten Beamten deine nachträgliche Freigabe aussprechen. Sie muss dann übrigens mündlich und explizit vor allem dir gegenüber erklärt werden.

Das aber lässt sich alles in den Griff kriegen. Aber ein Risiko kommt auf dich zu. Der Weg nach Linksland ist unumkehrbar. Gibst du dann im Linksland doch irgendwie gegenüber der rechten Seite nach, setzt dich die Sicherheit unter Schmerzen. Zurück nach Rechtsland werden sie dich auf keinen Fall lassen, sie würden dich dann mit Schmerzangriffen steuern.
Es steht nach deinem Eintreffen im Linksland zu viel auf dem Spiel. Wir brauchen dich als Referenz, um den Nachfolgenden zu zeigen, dass sich Linksland überleben lässt. Die rechte Seite behauptet nämlich konsequent das Gegenteil.
Ein Vorteil für dich ganz vorne läge natürlich darin, dass die Sicherheit rund um die Uhr auf dich aufpassen wird. Bei diesem Match gilt tatsächlich, dass die vordersten Plätze die sichersten sind. Die linke Seite weiß dann um die Wut der rechten Seite und wird ähnlich wie bei mir damals alles nur Denkmögliche zu deinem Schutz unternehmen. Und ich habe es auch überlebt, allen wilden Drohungen der Amerikaner und der Rechten Polizei zum Trotz.
Nur können wir eben nicht in dich hineinschauen. Die Entscheidung, ob du dich im Linksland wirklich von der rechten Seite fernhalten kannst, die liegt ganz bei dir. Und niemand von uns wird dir böse sein, wenn du im Linksland einige Anläufe dazu brauchst.
Entscheidest du dich gegen ein Springen, ist das auch völlig in Ordnung, dann bleibst du im Artikel 29. Wichtig ist nicht, was wir von dir wollen oder was wir von dir halten. Sondern nur, dass du dich selbst realistisch einschätzen kannst, denn dabei können wir dir auch nicht so richtig helfen.

So werde ich nächste Woche nach Szentgotthard fahren und die Sicherheit befragen. Wenn ich etwas Neues weiß, melde ich mich wieder bei dir. Bis nächsten Sonntag.

Küsschen

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