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Brief vom 07. Februar 2017

Eines scheint klar zu sein, deinen Wechsel nach Linksland wird die rechte Seite nicht mehr aufhalten können. Die Überlegung der rechten Krieger nun: Geraten wir uns in die Haare, würdest du zunächst auch im Linksland allein bleiben und somit nach wie vor auf deine Verbindungen zur Rechten Polizei angewiesen sein.

Das Mittel dazu ist auch ein bekanntes, ungefähr bei jedem dritten Reden zwischen uns beiden werde ich von dir abgebürstet, im Rechtsauftrag. Das macht mich natürlich vorsichtig, Widerworte will ich keine liefern, stattdessen nehme ich eher eine abwartende Haltung ein und lasse dir den Vortritt.
Dabei kommt es natürlich zu solchen Auftritten wie heute, wenn wir beide uns erwartungsvoll gegenüber stehen und zunächst anschweigen. Unterhalten wir uns doch kurz, beide sichtlich bemüht wieder mühsam zusammenzufinden, kommt sofort eine Kollegin angeschossen und will wissen, was ich gesagt habe. Das kann ich schon gar nicht leiden. Oder wir wechseln anschließend ohnehin nicht mehr als fünf Worte und hinter dir wird die besagte Kollegin schon hektisch und will dir unbedingt den Mund verbieten. Das kann ich auf den Tod nicht leiden. Bekommen hat es deiner Kollegin übrigens nicht und beim nächsten Mal wird es für sie richtig heftig.

Es geht aber nur um uns beide, ansonsten geht das niemanden etwas an. Wir kennen uns nun schon seit fast zehn Jahren, natürlich entsteht dabei Beziehung, wir sehen uns auch häufig genug. Ich hatte mehrfach darauf hingewiesen, wir müssen darüber reden, dabei löst sich vieles auf. Und jeder von uns beiden hat einen Anspruch darauf, dass sich der andere ihm gegenüber erklärt und ihm dabei die Wahrheit sagt.
Nur bin ich im Inland absolut nicht bereit dazu. Ein Warum dafür muss ich dir nicht nennen, du hast das Trauerspiel heute ja hautnah miterlebt. Neben deinen wenig hilfreichen Rechtsaufträgen hätten wir hier dann auch diverse Mitpfuscher, die aus welchen Gründen auch immer der irrigen Meinung sind, sie hätten ein Mitspracherecht. Davor ist nicht einmal dein Chef gefeit. Aber ich dulde unter keinen Umständen, dass rechte Polizisten und Beamte quasi stellvertretend für uns das Reden übernehmen. Genau darauf aber wollen sie hinaus. Es ist dies schon schlimm genug, aber noch schlimmer wirkt es, dass Leute mitreden wollen, die von nichts eine Ahnung haben, aber der irrigen Meinung sind, dass sich mit einer genügend großen Klappe alles hinkriegen lässt.

Darüber kann man sich endlos aufregen, ich mache es mir aber einfach. Zwar bin ich wie der Teufel hinterher, dass wir uns endlich unterhalten können. Aber im Inland bin ich nur dazu bereit, mit dir eine Fahrt über die Grenze auszuhandeln und zu nichts mehr.
Jedoch den Preis dafür kennst du. Gehen wir über die Grenze, wirst du nach Linksland überstellt, unwiderruflich. Da es dann kein Zurück mehr geben darf, wird die linke Seite richtig rüde werden, wenn du dennoch weiterhin auf die rechte Seite hören solltest.

Nach einer Bemerkung von dir gegenüber anderen Gästen dämmert mir auch, was dich an deinem rechten Arm plagt. Es ist eine Art Arthrose oder Arthritis, nur wird das eben von der Decke her ausgelöst, durch nächtliche Bestrahlung mit Mikrowellen. Ich kämpfe damit am Ringfinger der rechten Hand. Dass es dich auch erwischt hat, wundert mich und wundert mich doch nicht. Unterwerfung unter rechts schützt nicht vor Angriffen, nur glaubt das eben kaum einer. In deinem Fall will man dir wohl zu verstehen geben, dass man dich damit auch im Linksland behelligen kann. Die Sicherheit ist dahinter, das abzustellen, es dauert eben jeweils einige Zeit. Sie muss jedes Mal die dabei eingesetzte Waffentechnik der rechten Seite ermitteln, ein mühsamer Prozess. Wenn sie dir nun von rechts her Therapie und Kur aufschwatzen wollen, dann wäre das auch verständlich, denn dann hätten sie dich erst einmal von mir weggebracht. Die Auslieferungen rücken näher, du bekommst das Theater im Café dazu ohnehin mit.

Küsschen

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